Dorfkirche Heinersdorf

Unverkennbar ist die 1250 erbaute Dorfkirche von Heinersdorf durch ihre vier am Hauptturm befindlichen kleinen Türmchen. Sie sind allerdings erst im 19. Jahrhundert angefügt worden, wie auch der mit Backsteinziegeln gemauerte Spitzturm. Eine Seltenheit bei den Kirchtürmen in der Uckermark.

Die Ausmaße des Turmes weisen auf den Wehrcharakter des Gotteshauses hin. Vermutlich war er zur Erbauungszeit mit einem einfachen Satteldach abgeschlossen. Die Kirche hat Jahrhunderte gut überstanden, aber auch stark gelitten. Insbesondere im Dreißigjährigen Krieg bekam die Kirche manchen Kratzer.

1834 wurde die Kirche innen restauriert. Die nächste Innenerneuerung erfolgte dan erst 1970.

Das Glanzstück der Kirche ist der barocke Altar von Georg Matternovy. Er entstand Anfang des 18. Jahrhunderts. Im Zentrum des Altars finden wir auf einem vasenförmigen Postament ein Kruzifix zwischen Personifikationen des Alten und Neuen Testaments. Er ist in marmorierten Weiß gehalten. Möglicheweise ist dieser schöne Altar das einzige Werk, was diesem Künstler noch erhalten geblieben ist.

Matternovy war später (1718) Baumeister in St. Petersburg. Man nimmt an, dass er an der Innenarchitektur der Isaakkirche großen Anteil hatte. Auch am Bau des berühmten Winterpalais hat er mit gewirkt.

Die Kanzel stammt aus der Mitte des 17. Jahrhunderts .

Die Orgel von Kaltschmidt aus Stettin ist 1858 eingebaut worden. Bei einer Restaurierung erhielt sie ein zusätzliches Bassregister. Sie ist in einem guten Zustand und konzerttauglich.

Erst 1713 hat man die Turmuhr eingebaut.

Es existiert noch ein goldener Abendmahlskelch aus der Entstehungszeit, der 1667 restauriert wurde. Der Kelch hat Pastor Stanslo Nippio über den Dreißigjährigen Krieg gertettet. Das wertvolle Stück musste 1945 gesichert werden, diesmal war es der Verdienst der Kirchengemeinde.