St.Katharinenkirche zu Schwedt/Oder
Die Mission der Zisterziensermönche trug den christlichen Glauben nach der Gründung des Klosters Chorin und der Marienkirche in Angermünde (1254) weiter in den Raum Schwedt. Es sit wohl noch im 13.Jahrhundert zur Gemeinde- und Kirchengründung gekommen.
um 1300
Errichtung einer turmlosen Feldsteinkirche in T-Form, die in ihrem Kernbau erhalten ist. Der Grundriss zeigte einen einfachen, langgestreckten Raum mit zwei Kreuzbügeln. In alten Schriftenwird diese der Heiligen Katharina geweihte Kirche auch als Kreuzkirche bezeichnet.
1539
Am 1.November empfing Wilhelm von Hohenstein, der die Herrschaft Schwedt innehatte, gemeinsam mit Kurfürst Joachim II. in der Kirche zu Spandau das Abendmahl in beiderlei Gestalt und trat damit zur evangelischen Kirche über.
1540
Der erste lutherische Hofprediger in Schwedt und Vierraden wurde bestellt.
1572
Erneuerung der Kirche durch den Grafen Martin von Hohenstein.
1580
Stiftung eines Schnitzaltars, der in seinen schön gegliederten Verhältnissen und künstlerischen Feinheiten wohl eines der schönsten Renaissancewerke seiner Art in der Mark Brandenburg war. Die Kosten beliefen sich auf 3000 Gulden.
1583
Einbau der Orgel.
1612
Die bisher turmlose Kirche erhielt einen hölzernen Turm.
1643
Die Schwedter Bevölkerung hatte unter den Wirren und Drangsalen des Dreißigjährigen Krieges schwer zu leiden. Es lebten nur 26 Einwohner in der Stadt (wie am 7. Mai 1945)
1661
Begin des ältesten noch vorhandenen Kirchenbuches.
1670
Nachdem Kurfürstin Dorothea, die zweite Frau des Großen Kurfürsten, die Herrschaft Schwedt erworben hatte, um für ihre Kinder eine Markgrafschaft zu gründen, entwickelte sich die Stadt zu einer schmucken barocken Residenz.
1685 – 1687
Im Rahmen der Umgestaltung der Stadt erhielt auch die Kirche einen massiven Turm, welcher sich in viermaliger Abstufung nach oben hin verjüngte. Eine abgeschrägte Haube leitete zur großen Laterne über, von der eine geschweifte Haube dann zur oberen Laterne mit Turmkopf und Wetterfahne überleitete.
1707
Markgraf Philipp Wilhelm ordnete an, dass „Kirchenwecker“ und „Hundeaustreiber“ angestellt werden, die während des Gottesdienstes ihres Amtes walten mussten.
1822
Einbau einer neuen Orgel durch Meister Grüneberg (Stettin).
1887
Am Abend des 28.Februar tobte im Arndtschen Haus (Ecke Post- und Vierradener Straße) eine Feuersbrunst, die auf den Kirchturm überschlug. Der Turm brannte bis auf den quadratischen Granitunterbau nieder.
1887 – 1890
Der Wiederaufbau und gleichzeitige Umbau der Kirche wurde vom Königlichen Baumeister Ludwig Dihm aus Friedenau geleitet und hatte vielerlei bauliche Veränderungen im neogotischen Stil und Geschmack der Zeit zur Folge. Die Tonnengewölbe wurden durch spitzbogige Kreuzgewölbe ersetzt. Der Altarraum wurde durch den anbau einer Apsis aus dem Kirchenschiff heraus genommen.
Weiterhin wurde der Orgelchor erweitert, an der Südseite der Kirche eine Taufkapelle und eine Sakristai an der Nordseite errichtet. Altar, Kanzel und Gewölbe wurden farblich neu gestaltet und die Fesnter erhielten Glasmalereien. An der Westseite der Kirche wurde in aufwändiger Bauweise ein neogotischer Turm errichtet (72m).
Trotz der die ursprünglichen Kreuzform der Kirche verändernden Anbauten blieb der Feldsteinkernbau erhalten.
1891
Kirchenweihe durch Superintendent Niedergesäße
1917
Einschmelzung der drei Kirchenglocken für Kriegszwecke
1921
Anschaffung drei neuer Glocken mit den Tönen d-f-gis
1945
Am 18. April brennt die Kirche ab.
Durch ein durch Granatbeschuss im Gewölbe oberhaöb der Orgel entstandenes Loch konnte das Feuer vom brennenden Turm aus leicht in das Kirchenschiff dringen. Die gesamte wertvolle Innenausstattung wurde vernichtet. Einzig die alte Sakristei an der Nordseite der Kirche hat den Brand unbeschadet überstanden.
1950
Aus Mitteln des Lutherischen Weltbundes wurde die Kirche wieder hergestellt und am 2.Advent von Bischof Otto Dibelius geweiht. Der Altar stand nun im Westen unter der Orgel, der Haupteingang befindet sich im Osten.
1952
Die drei Glocken, die den Brand der Kirche und den Sturz vom Kirchturm unbeschadet überstanden hatten, wurden wieder installiert.
1953
Am 22.März Weihe der neuen Schuke-Orgel, deren Schauseite vom Schwedter Tischlermeister Gerhard Meier hergestellt wurde. Sie verfügt über jeweils 9 Register in den beiden Manualen und 6 Register im Pedalwerk.
1960
Installation eines elektrischen Läutewerkes.
1984
Wiedereinweihung der Kirche durch den Generalsuperintendenten Leopold Esselbach nach umfangreichen Renovierungsarbeiten. Im Turmgemäuer wurden Frost- und Wasserschäden beseitigt. Der Turm wurde zugänglich gemacht. Der Fußboden in der Kirche wurde gegen Nässe isoliert, Fußheizplatten eingebaut, der Altarraum vergrößert und die ganze Kirche malermäßig erneuert.
1991
Fertigstellung der Christusfigur im Altarraum durch den Woltersdorfer Bildhauer Stephan Rathgeber.
seit 1997
Schrittweise Erbeuerung der Kirche: Vollständige Neueindeckung des Daches, Reparatur des Glockenstuhles und Einbau eines elektronisch getseuerten Läutewerkes, Erneuerung der durch Wasserschaden beeinträchtigten Fußbodenheizung und Neugestaltung des Fußbodens, Umgestaltung der Seitenschiffe
seit 1998
regelmäßige Öffnung der Kirche im Sommerhalbjahr mit wechselnden Ausstellungen