Dorfkirche Stendell
Die Kirche wurde etwa 1250 als ein im Kern rechteckiger Feldsteinbau errichtet.
Sie wurde mehrfach erneuert, erstmals 1608, danach 1704.
Eine durchgreifende Veränderung erfuhr die Kirche im Jahre 1876. Es entstanden die Apsis aus Backstein am Ostschluss der Kirche mit drei Spitzbogenfenstern und der Backsteinturm. Die ehemaligen Rundbogenfenster wurden verkleinert und durch Spitzbogen ersetzt. Die Einfassung erfolgte ebenfalls mit Backstein.
Die Turmform vor der Backsteineinführung ist nicht bekannt, möglicherweise hatte die Kirche zur Erbauungszeit nur ein einfaches Satteldach.
Der quadratische Turmaufbau mit Glockenstuhl ist holzverbrettert und wurde mit einer ebenfalls aus Holz verkleideten achteckigen Laterne versehen, darauf folgte eine verschieferte Spitze.
Ursprünglich gab es zwei Glocken. Die noch heute vorhandene Bronzeglocke mit einem Durchmesser von 62 cm ist ohne Inschrift, vermutlich stammt sie aus dem 14.Jahrhundert.
Die Dorfkirche Stendell erhielt bereits 1841 ihre erste Orgel. Bei der Erneuerung des Kirchturms 1876 wurde eine neue Orgel angeschafft, die der Orgelbauer Barnim Grüneberg aus Stettin erbaute.
Laut Gutachten von Orgelsachverständigen handelt es sich bei der Orgel um eine der ganz wenigen erhaltenen Barnim-Grüneberg-Orgeln mit rein mechanischen Schleifenladen.
Das Klangbild ist völlig original erhalten, lediglich bekam sie nach 1920 im Prospekt neue Pfeifen aus dem Ersatzmaterial Zink, nachdem 1917 die originalen Zinnpfeifen abgeliefert werden mussten.
Sie besitzt ein mechanisches Geblässe (zwei Keilbalge) und acht Register.
Im Frühjahr des Jahres 2004 führte die Eberswalder Orgelbauwerkstatt Fahlberg eine Holzwurmbehandlung durch, reinigte Orgel und Pfeifenwerk und reparierte einen Keilbalg. Gleichzeitig wurde ein elektrisches Gebläse eingebaut. Seitdem kann die Orgel wieder bespielt werden und erklingt zur Feude aller Besucher in ihrem gewohnten Klang.
Der die Kirche umgebende Friedhof ist durch eine Feldsteinmauer begrenzt.
Die Innenausstattung der Kirche aus dem Jahre 1876 ist schlicht gestaltet. Die Kanzel und ein zweiteiliger Taufstein, eine guterhaltene Gipsarbeit im Dekor der Einrichtung.